Bereits am 18.06.2003 hatte der SV Grafenhausen einen guten Grund zu feiern. Denn an jenem Mittwochabend wurde der Um- und Erweiterungsbau des vereinseigenen Clubheims offiziell eingeweiht. Über 150 Gäste, darunter zahlreiche ehrenamtliche Helfer und Spender waren gekommen, um diesen großen Tag zu feiern. Aber alles der Reihe nach...

Das Clubheim des SVG, das mit seinem 1. Bauabschnitt im Jahre 1967 begonnen wurde, bestand mittlerweile aus vier verschiedenen Teilen, die durch fleißige Helfer in den vergangenen Jahrzehnten errichtet wurden. Die Gaststätte und Küche waren jedoch mit der Zeit zu klein geworden und das Ambiente darin war auch nicht mehr besonders ansprechend. Deshalb machte sich die Vorstandschaft bereits im Jahr 1998 erste Gedanken über eine Clubheimerweiterung. Gedacht wurde damals an eine Erhöhung der Decke und eine Verbreiterung der Gaststätte. Eine Aufstockung, wie sie nun ausgeführt wurde, galt zum damaligen Zeitpunkt technisch und wirtschaftlich als unrealisierbar. Doch meistens kommt es halt doch anders als man denkt. Eine dramatische Beschleunigung erfuhren die Baupläne nämlich alsbald durch den Orkan Lothar, der am 26.12.1999 über das badisches Ländle hinwegfegte. Die Schäden am Clubheim waren immens, z. B. wurde das Dach über der Küche komplett weggerissen. Die eine Hälfte lag danach im Ettenbach, die andere Hälfte wurde auf das weiterführende Dach geschleudert, und richtete dort weiteren Schaden an. Eine behelfsmäßige Abdeckung mit Trapezblechen und notdürftig geflickte Eternitplatten überdeckten seitdem die Heimat des SVG. Es war keine Seltenheit, dass nach einem starken Regen im Clubheim Wasser anzutreffen war.

Inzwischen waren jedoch neue Ideen und Pläne entstanden, die eine Aufstockung des gesamten Clubheimes wieder aktuell werden ließen. Um auch langfristig Planungssicherheit erzielen zu können, wurde auch die Möglichkeit eines gemeinsamen Sportgeländes mit dem SC Kappel angedacht, und so reichten beide Vereine zusammen am 15.06.2000 bei der Gemeinde den Antrag auf ein gemeinsames Sportgelände ein. Zeitgleich wurde die Planung am eigenen Clubheim weitergeführt, da die Antragsfristen beim Sportbund keine Zeit zum Verweilen ließen. Da hinsichtlich des gemeinsamen Sportgeländes nicht viel Neues auf den Weg gebracht werden konnte, beschloss man in der Vorstandssitzung am 13.05.2001 die Clubheimerweiterung durchzuführen. Bereits im Oktober 2000 waren beim Badischen Sportbund und bei der Baurechtsbehörde der Stadt Ettenheim die Bauantragsunterlagen fristgerecht eingereicht worden.

Eine Baugenehmigung war seitens des Sportbundes auch alsbald erteilt worden, eine wesentlich größere Hürde stellte das Bauamt in den Weg, da die Forderung nach einem barrierefreien Zugang zur im Obergeschoß geplanten Gaststätte gefordert wurde. Mehrere Gespräche und die Intervention von Bürgermeister Klausmann haben dann aber trotzdem zum Ziel geführt und der SVG erhielt den Roten Punkt. Noch im selben Jahr wurde mit dem Betonieren der Fundamente begonnen und die erste Wand wurde hochgemauert. Im April 2002 wurde dann die Holzkonstruktion des Freisitzes errichtet, die fortan als Arbeitsbühne diente. Mit den eigentlichen Bauarbeiten wurde am 02.05.2002 mit dem Abbruch des Daches über der Gaststätte begonnen. Regen war in dieser Zeit oft zu Gast auf der Baustelle, was jedoch dank der vielen freiwilligen Helfer und der perfekten Planung den Ablauf nicht sonderlich verzögerte. Bereits 80 Tage später konnte Richtfest gefeiert werden.

Das Ziel, das Clubheim zur Saison 2003/2004 eröffnen zu können, war inzwischen längst überholt, denn durch die rasche Errichtung des Rohbaues und der unmittelbar angeschlossenen Ausbauphase wurde der Termin neu gesetzt. Dank der unzähligen Helfer und Unterstützer der Baumaßnahme konnte nicht nur der zeitliche Rahmen eingehalten werden. Auch der finanzielle Rahmen musste aufgrund solider Planung nicht ausgereizt werden, so dass man sich dafür entschied, die vorhandene Heizungsanlage durch eine Solaranlage zu erweitern. Im Dezember 2002 wurde bereits die Thekentechnik installiert. Die Holzarbeiten an der Theke wurden dann wieder von Vereinsseite erbracht. Den ersten Fassanstich konnte man am Fasnachtssamstag 2003 vollziehen, und zum ersten Heimspiel der Rückrunde am 8. März gegen den SV Rust wurde die Gaststätte eröffnet. Im Anschluss daran wurde der alte Wirtschaftsraum umgebaut. Hierin befindet sich nun der 66 m² große Gymnastikraum. Mit der Einweihung am 18. Juni konnte dann das Clubheim offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Betrachtet man heute, mit einem Jahr Abstand, die ganze Baumassnahme, so kann diese als außerordentlicher Glücksfall für den SVG bewertet werden. Höchst kompetente und zuverlässige Fachleute in allen Gewerken hat der SVG aus eigenen Reihen bereitstellen können.

Vom ersten Strich auf dem Plan bis hin zur letzten eingedrehten Schraube hatte der SVG seine eigenen Spezialisten. Hinzu kam die schlechte Arbeitslage auf dem Bausektor, wodurch manches schneller erledigt werden konnte. An dieser Stelle sei auch einmal dem Vereinsschutzengel dafür gedankt, dass sich bei den Bauarbeiten keine größeren Verletzung ereigneten zumal an einem Samstagmorgen der Blitz aus heiterem Himmel in den Sportplatz einschlug. So entstanden in der kurzen Bauzeit von nur einem Jahr im Obergeschoß die neue Gaststätte mit Küche, Lager und sanitären Anlagen, der 75 m² große Balkon, ein Sitzungszimmer, das Geschäftszimmer mit Archiv, zwei Treppenhäuser und ein neuer Heizraum. Im Erdgeschoß entstanden der Gymnastikraum mit Umkleidekabine, WC und Dusche sowie ein Kühlraum mit Getränkelager und der Zugangsbereich zur Gaststätte. Nur durch den unermüdlichen Einsatz der fast hundert freiwilligen Helfer, die zusammen mehr als 10.000 Stunden an Eigenleistung erbracht haben, kann der SVG heute dieses gelungene Bauwerk sein zu Hause nennen. Mit einer reinen Baukostensumme von ca. 190.000 € und einer vom Sportbund anerkannten Eigenleistungssumme von 110.000 € hat der SVG ein beispielloses Zeichen dafür gesetzt, dass auch im heutigen Zeitalter noch ehrenamtliches Engagement praktiziert werden kann.
Ein besonderer Dank gilt deshalb allen freiwilligen Helfern, allen Spender und allen die durch ihr Mitwirken zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben.

Die dreißig fleißigsten Helfer:

Mario Kohler
752 Stunden

Heizung, Sanitär

Reinhold Manz
673 Stunden

Zimmerer, Gipser

Karl Kirn
535 Stunden

Maurerarbeiten

Wolfgang Köbele
369 Stunden

Fliesenarbeiten

Wolfgang Schaub
353 Stunden

Elektroarbeiten

Timo Ohnemus
338 Stunden

Schreinerarbeiten

Mathias Ohnemus
326 Stunden

Schreinerarbeiten

Hans Hiller
233 Stunden

Schreinerarbeiten

Frank Singler
230 Stunden

Gipserarbeiten

Rainer Stöhr
213 Stunden

Malerarbeiten

Günter Kirn
210 Stunden

Bauhelfer

Torsten Kölble
168 Stunden

Bauhelfer

Arno Bührle
146 Stunden

Malerarbeiten

Willi Buttenmüller
133 Stunden

Schlosserarbeiten

Martin Büchele
124 Stunden

Bauhelfer

Alfred Hägle
119 Stunden

Bauhelfer

Sven Schaub
115 Stunden

Elektroarbeiten

Jens Beilke
106 Stunden

Fensterarbeiten

Patrick Hiller
106 Stunden

Zimmererarbeiten

Marco Zähringer
101 Stunden

Bauhelfer

Klaus Schoubrenner
99 Stunden

Gipserarbeiten

Manfred Walter
94 Stunden

Bauhelfer

Matthias Hiller
94 Stunden

Zimmererarbeiten

Rainer Lauck
91 Stunden

Bauhelfer

Stefan Seibert
87 Stunden

Bauhelfer

Manfred Santo
82 Stunden

Bauhelfer

Rainer Mutz
82 Stunden

Bauhelfer

Marco Kirn
79 Stunden

Bauhelfer

Roland Metzger
76 Stunden

Bauhelfer

Christian Beilke
71 Stunden

Elektroarbeiten